In diesem Blog dreht sich alles um Glück, Pech, Schicksal oder Zufall, sprich um (karmische) Ereignisse, die sich scheinbar zufällig in unserem Leben ereignen.

Mit diesem Blog erhältst Du einen kleinen Überblick, wie es dazu kommt und was wirklich dahintersteckt, dass wir gerne glauben, warum das Glück nur so ungerecht verteilt ist. Oder vielleicht doch nicht? Viel Freude beim Lesen.

Ein Auszug aus dem Buch Karma & Glücklich Leben:

Glück, Pech, Schicksal und Zufall

»Das, wobei unsere Berechnungen versagen, nennen wir Zufall.«

(Albert Einstein, 1879–1955)

So etwas wie Glück, Pech, Schicksal oder Zufall, wie ich im Verlauf dieses Buches schon mehrfach erwähnt habe, gibt es genau genommen nicht, vielmehr gilt: Es fällt einem zu, was fällig ist. Dank intensiven Forschungen auf dem Gebiet der Quantenphysik können Wissenschaftler heute beweisen: Es gibt keine Zufälle.[1] Was es gibt, sind Ereignisse, bei denen wir bzw. unser Verstand keine erklärbare, zufriedenstellende, oder eben plausible Antwort parat haben bzw. hat, die deren Zusammenhang mit einer von uns irgendwann gesetzten Ursache im Moment des Eintreffens erklärt. Oder in Kurt Tepperweins Worten: Zufall und Glück sind nur Bezeichnungen für einen nicht erkannten Zusammenhang.

Bei solchen, für uns nicht nachvollziehbaren Ereignissen verwenden wir dann nur allzu gerne die vier vorher genannten Lieblingswörter.

Mit »gesetzter Ursache« ist das Handeln und das Aussenden von Emotionen durch Dein Denken gemeint. Man kann bestimmte Situationen zwar als Zufall bezeichnen und beurteilen, aber es entspricht nicht der Wahrheit. Die Ursachen sind in Wahrheit nur Emotionen, erweitert um Energien, die wir selbst in diesem oder in früheren Leben irgendwann einmal bewusst oder unbewusst ausgesendet haben und die jetzt gerade als Karma wieder in unser Leben treten und aufgelöst werden möchten und müssen. Viele nennen sie nur lieber Glück, Pech, Schicksal oder Zufall, weil sie sich selbst dann nicht dafür verantwortlich fühlen müssen und die Schuld einer anderen Person oder Situation in die Schuhe schieben können. Doch wenn man sich dieser Eigenverantwortung entzieht, handelt man der Karma-Auflösung genau entgegen.

»Bis Du Dir dem Unbewussten bewusst wirst, wird es Dein Leben steuern und Du wirst es Schicksal nennen.«

(Carl Jung, 1875–1961)

»Für Zufälle ist in der großartigen durchdachten Schöpfung kein Platz.«

(Trutz Hardo, *1939)

»Das Wort ›Schicksal‹ ist sinnlos. Alles hat eine Ursache.«

(Voltaire, 1694–1778)

»Glück oder Pech gibt es im wahrsten Sinne des Wortes nicht, Du bestimmst Deine zukünftigen Erfahrungen anhand Deiner Wahl, welche Emotionen Du durch Denken und Handeln überwiegend aussendest.«

(Walter Baumgartner)

Wo stehst Du im Augenblick?

Stell Dir einen Wanderweg in einem Bergmassiv wie dem Himalaya vor, welcher von einer tiefen Schlucht in Dunkelheit eingehüllt ist (= große Karma-Last), der bis hin zum höchsten, sonnenüberfluteten (Berg-)Gipfel(-Kreuz) führt (= Licht und Liebe – befreit von Karma-Lasten). Deine Geburt mit dem noch nicht abgetragenen Karma aus früheren Leben legt Deine persönliche Startposition auf diesem Wanderweg fest und damit auch, wie viele Meter Du Dich gerade über dem Meeresspiegel befindest. Viele Umstände, unter anderem Deine früheren Leben, Dein Geburtsort, Deine Eltern, Freunde, Konditionierungen, Glaubenssätze und wie kontinuierlich Du an Dir arbeitest, legen fest, wie schnell Du Dich von Deinen aktuellen Koordinaten entweder lichtwärts nach oben zum Gipfel, stehen bleibst oder nach unten bewegst. In jedem Augenblick bestimmen wir durch das Wählen unserer ausgesendeten Emotionen, durch Denken, Fühlen und Handeln, die Richtung unseres Weges.

Anhand dieser Analogie kann es Dir auch wie Schuppen von den Augen fallen, warum Du in vielen Fällen im Vergleich mit anderen Menschen nicht so gut dastehst. Denn während Du denkst, dass sich eine betreffende Person viel erfolgreicher und glücklicher durch das Leben bewegt, nimmst Du nicht wahr, dass diese Person von einem weit höheren Startpunkt aus auf ihre Lebenswanderung gegangen ist. Wir befinden uns alle in unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Allgemein ist Vorsicht geboten, denn man kann die Startposition anderer Menschen nicht am augenscheinlich momentan schönen Leben festmachen. Es gibt zum Beispiel unzählige Stars und Sternchen, die man zuerst beneidet, weil sie angeblich so ein wundervolles, traumhaftes Leben führen, jedoch stellt man später fest, wie froh man sein kann, dieses erbärmliche Leben nicht zu haben. Denn das Leben dieser vermeintlichen Erfolgreichen und Glückspilze entpuppt sich in Wirklichkeit oft eher als ein sehr unharmonisches, weil diese Individuen häufig mit Tarnen und Täuschen im Rampenlicht nur so tun, bis sie unter der eigenen Lastzusammenbrechen.[2] Die Wahrheit kommt dann oft in den Medien ans Licht.

Dann gibt es wiederum Menschen, die einen harmonischen Start in ihrem Leben gehabt haben und auch in Wirklichkeit ein wunderbares, harmonisches Dasein haben, bei denen dann aber ihr noch nicht abgetragenes Karma seinen Lauf nimmt und es dementsprechend unharmonisch wird.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, wie beispielsweise Papst Johannes Paul I. oder Elvis Presley, die aus erbärmlichen Lebensverhältnissen kamen, was sie aber nicht davon abhielt, großartige Menschen zu werden. Es gibt natürlich auch viele Vorteile, wenn man von weiter unten startet, denn auch ein nicht gerade einfacher und weiter Aufstieg zum Gipfel kann sehr viele unfassbar schöne Erfahrungen und Chancen in sich bergen, die vielleicht Menschen, die weiter oben starten, nie erfahren werden. Zudem treten die vermeintlichen Tiefstarter dadurch oft sehr kraftvoll und gestärkt hervor, sodass sie nicht gleich beim kleinsten Gegenwind den Boden unter den Füßen verlieren.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Stars und Sternchen, deren Leben viele Menschen beneiden und bewundern, weil sie augenscheinlich so ein erfüllendes und erfolgreiches Dasein haben und es so aussieht, als seien diese Menschen frei von unharmonischem Karma. Hierzu ein Beispiel aus der deutschen Schauspiellandschaft: Der Schauspieler Birol Ünel war ein erfolgreicher Mann. Sein Kinodebüt hatte Ünel 1988 in »Der Passagier. Welcome to Germany« an der Seite von Tony Curtis. Es folgten kleine und mittlere Rollen, meist als zwielichtiger Typ, bis er als Zivilfahnder in »Dealer« (1999) mehr Aufmerksamkeit erregte. Im Jahr 2000 spielte er in Fatih Akins »Im Juli« und 2004 in »Gegen die Wand«, worin er seinen großen Durchbruch mit seiner Rolle als Alkoholiker feierte, wofür er auch den Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller erhielt. Ünel hatte es augenscheinlich geschafft! Er war ganz oben, auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Zu diesem Zeitpunkt wurde er von vielen Menschen beneidet. Doch dann war es schnell vorbei mit dem harmonischen Leben für Birol Ünel und es änderte sich so ziemlich alles und er zog Erfahrungen von unharmonischem, noch nicht abgetragenem Karma in sein Leben. Nach anfänglicher Bewunderung oder anfänglichem Neid konnte man ihn später nur noch bemitleiden. Denn die Rolle, die er in »Gegen die Wand« als Alkoholiker verkörperte, wurde später zu seiner Realität. Er wurde alkoholabhängig und lebt aktuell als Obdachloser am Kottbusser Tor in Berlin.[3]

Ein weiteres Beispiel, um zu verdeutlichen, dass es nicht möglich ist, an irgendeinem Zeitpunkt im Leben festzustellen, wie karma-frei jemand ist, sprich, wie weit oben ein Mensch den Pfad hinauf zu immer mehr Licht und Liebe erklommen hat:

Es handelt sich um ein weiteres Geschehen, das für viel Aufsehen in den Medien gesorgt hat – dieses Mal aus der deutschen Unternehmerlandschaft: Adolf Merckle wurde am 18. März 1934 in Dresden in eine Unternehmerfamilie geboren. Merckle, der Rechtswissenschaft studierte, arbeitete bis 1967 als Rechtsanwalt in Hamburg. Im gleichen Jahr erbte Adolf von seinem Vater einen kleinen Arzneimittelbetrieb in Blaubeuren mit ca. 80 Mitarbeitern, den der Senkrechtstarter zu einem der größten Generikahersteller Europas – Ratiopharm – formte.[4]

Bis jetzt ein beneidenswertes Leben und harmonisches Karma, könnte man meinen. Doch wer jetzt denkt, es ginge abwärts und unharmonisches Karma träte in sein Leben, der irrt, denn es geht (in Form von materiellen Dingen) noch weiter steil nach oben! In Sachsen-Anhalt hatte Merckle 1997 weitere sechs Firmen erworben, investierte und stellte Leute ein. Es folgte der Kauf des Elektromotorenherstellers VEM und des Pistenraupen-Herstellers Kässbohrer, die Beteiligung an Skilift-Betreibern und Waldbesitz, der Aufbau des Pharmahändlers Phoenix und schließlich die Mehrheits-Übernahme bei Heidelberg Cement. Des Weiteren war er beim Bau von Windgeneratoren, an Schiffs- und Zementanlagen, Verkehrstechnik, Motoren für die Chemieindustrie, an der Metallurgie und an Immobiliengeschäften beteiligt.

Seine Firmengruppe stand glänzend da. Mittlerweile beschäftigte das Industrie-Konglomerat der Merckle-Familie mehr als 100.000 Menschen. Im Oktober 2005 wurde Adolf Merckle vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger das Bundesverdienstkreuz erster Klasse übergeben. Er war erster Träger der Rudolf-Schönheimer-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Arteriosklerose-Forschung (DGAF). Ab 2004 war Merckle Träger des Sächsischen Verdienstordens. Von der Universität Ulm und Tübingen wurde er mit der Ehrendoktorwürde der Medizin ausgezeichnet und war deren Ehren-Senator. Adolf Merckle hatte so ziemlich alles erreicht, was ein Mensch sich so wünschen könnte!

Bis hierhin hättest Du, lieber Leser, wegen des bis dato schönen und erfolgreichen Lebens Merckle vielleicht beneidet und gewünscht, Du selbst wärst so karma-frei. Er war mehrfacher Milliardär, hatte eine liebe Ehefrau namens Ruth und eine gesunde Familie – und dennoch nahm er sich am 5. Januar 2009 das Leben, da sein Unternehmenskonglomerat in wirtschaftliche Schieflage geraten war.

Spiritueller Impuls: Grundsätzlich kann keine karmische Bürde, die sich jetzt gerade zeigt, egal wie leidvoll sie auch erlebt wird, zu schwer beziehungsweise zu unharmonisch sein, um sie nicht bewältigen zu können. Es gibt also, in unserem diesem karmischen Sinne, keine so große Bürde, die (als letzter Ausweg erdacht) Suizid rechtfertigen würde. Das ist ein universelles Gesetz: Suizid führt zu keiner Erlösung, da man genau wieder der gleichen karmischen Last begegnen wird wie jener, von der man gedacht hatte, sich verabschiedet zu haben, und exakt da weitermachen muss. (Solch ein Ableben löst kein Karma auf!) (Eine Ausnahme zu dieser Erklärung stellt die bewusste Wahl des Freitodes durch den freien Willen in einem früheren Leben dar).

Weiter geht’s: Das vermeintlich glückliche Leben von Lotto-Millionären

Hand aufs Herz: Was wäre Dir lieber: Sechs Richtige im Lotto zu haben oder durch einen Unfall querschnittsgelähmt zu enden? Ich glaube, da muss keiner lange überlegen!

Als ich das erste Mal von der Studie, die konträrer nicht sein könnte, las, die im Jahre 1978 von den amerikanischen Psychologen Philip Brickman, Dan Coates und Ronnie Janoff-Bulman durchgeführt wurde, um das Level an Glücksempfinden zweier komplett unterschiedlicher Gruppen von Menschen-Schicksalen zu vergleichen, verging erst mal eine Weile, bis ich den Mund vor Staunen wieder schließen konnte. Untersucht wurden 29 durch Unfälle Querschnittgelähmte und 22 Lotto-Millionäre.

Es scheint klar auf der Hand zu liegen, was jetzt mit deren jeweiligem Glücksempfinden passiert. Von der vor wenigen Monaten höchsten Glücksstimmung über den Lottogewinn und von dem tiefen Bedauern über die eingeschränkte Bewegungsfreiheit einmal abgesehen, pendelte sich die eigene Befindlichkeit nach einiger Zeit weitgehend wieder dort ein, wo sie vorher war. Das Glücksgefühl stieg also, wie erwartet, bei den Lottospielern in den ersten paar Monaten nach dem Geldregen stark an und bei den querschnittsgelähmten Unfallopfern sank es stark. Das Entscheidende sind allerdings die Erkenntnisse der Studie über das langfristige Glücksempfinden der beiden Gruppen: Nach etwa einem Jahr sind beide Menschengruppen wieder genauso glücklich wie vorher.

Die nachfolgenden Zeilen werden in Dir vielleicht ein Kopfschütteln hervorrufen, aber glaube mir, ich habe mich nahezu 20 Jahre intensiv mit Glücksforschung oder einfach »glücklich leben« beschäftigt! Im Gegensatz zu der Annahme vieler Menschen hat Glücklich sein wenig mit Reichtum oder generell mit Dingen zu tun, die man Dir wieder wegnehmen kann zu tun. Das gilt auch für Macht, Status, Anerkennung und dergleichen, denn diese dienen nur dem Ego. Aussehen und physische Gesundheit, sprich ob Dir Gliedmaßen fehlen oder nicht, sind ebenso wenig maßgeblich – auch wenn es selbstverständlich schön ist, über alle oben genannten Dinge zu verfügen! Der ohne Arme und Beine lebende Motivationsredner Nicholas James »Nick« Vujicic, geboren am 4. Dezember 1982 in Kalifornien, ist hierfür wohl das beste Beispiel. Denn er lebt wahres Glück und strahlt dieses ebenso aus. Die meisten Menschen unterliegen dem Irrglauben, dass Macht, Status, Anerkennung, Ruhm und Geld glücklich machen und verfolgen diese vermeintlichen Lebensziele zielstrebig und blind. Die Werbung unterstützt den Glauben an diese Irrlehre durch ihre Programmierung noch zusätzlich. Doch das wahre Glück findet sich in mental psychischer Gesundheit, innere Ruhe und Frieden, Erfüllung, harmonischen Partnerschaften, guten Freundschaften, Zusammenhalt, Geborgenheit, innigen Freundschaften, menschlicher Wärme und, wie es Dalai Lama formulierte, im „Reinigen des eigenen Geistes“.

»Als ich jung war, pflegte ich Menschen mit Luxus zu bewundern. Jetzt bewundere ich Menschen mit innerem Frieden.« 

(Unbekannt)

»Der größte Reichtum ist innerer Frieden.«

(Walter Baumgartner)

Harmonisches oder unharmonisches Karma: Ein wahres Chamäleon

Man kann, wie Du gleich lesen wirst, aufgrund der Gesetzmäßigkeiten von Karma oftmals nicht ablesen, ob die Erfahrungen, die man macht, auf harmonischem oder unharmonischem Karma beruhen, welches sich für Dich oder einen anderen Menschen manifestiert! Es können Situationen entstehen, bei denen man sich sehr leicht täuschen kann. Man ist der felsenfesten Überzeugung in diesem Moment unharmonisches Karma wahrzunehmen, obwohl dem vielleicht gar nicht so ist. Denn es gibt auch harmonisches Karma, das sich für Dich im ersten Augenblick wie unharmonisches Karma anfühlt. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Verlust des eigenen Arbeitsplatzes: Was wie ein herber Verlust in finanzieller Hinsicht und bezüglich Deiner persönlich wahrgenommenen Sicherheit aussieht, kann auch ein Wink mit dem Zaunpfahl des Universums sein, das schon einen besseren Job für Dich bereithält, der nur noch seinen Weg zu Dir finden muss.

Ein umgekehrtes Beispiel ist eine der größten finanziellen Fehlwahrnehmungen der westlichen Kultur: Jedes Wochenende drängen Millionen von Menschen in die Lottoannahmestellen, um sich ihren Teil der Hoffnung auf einen Millionengewinn zu sichern. Aber nur für einige wenige geht der Traum, über Nacht durch Glücksspiel zum Millionär zu werden, in Erfüllung. Darauf reagieren wiederum viele Menschen postwendend mit Neid, denn: »Warum hat der (oder die) so ein unbeschreibliches Glück, während ich schon mein ganzes Leben lang fleißig spiele und immer leer ausgehe?!« Täusche Dich nicht selbst! Die meisten Menschen nehmen unisono an, dass Lotto-Millionäre für ihr Leben ausgesorgt hätten und dementsprechend vom unendlichen Füllhorn des positiven Karmas bedacht wurden. Diese Annahme lässt sich jedoch nur so lange halten, bis Du Dir diese vermeintlichen Gewinner einige Jahre nach ihrem Lottogewinn erneut anschaust. Die Boulevard-Zeitungen berichten regelmäßig von verarmten ehemaligen Lotto-Millionären, die so sehr über ihre Verhältnisse in Saus und Braus gelebt haben, dass sie wenige Jahre später Privatinsolvenz anmelden mussten und im Zuge dessen Villa, Luxusauto und teuren Schmuck plötzlich wieder los waren. Ein Umstand, den sogar schon verschiedene Lotto-Anbieter erforscht haben und deshalb seit einiger Zeit schon den Millionären finanzielle Berater zur Seite stellen, was allerdings nur in den seltensten Fällen wirklich angenommen wird.[5]

Die Vorstellung, dass wir wissen, wie eine gerade erlebte Manifestation zu deuten ist, ist eine vollkommene Illusion. Selbst das unharmonischste Erlebnis kann sich für Dich am Ende als eine Er-Lösung, neue große Chance und göttlicher Segen herausstellen.

  1. Eine Geschichte aus China

Eine wunderschöne Geschichte aus dem chinesischen Kulturraum aus der Zeit Laotses (6. Jahrhundert) kann Dir diese – auf den ersten Blick kontra-intuitive Weisheit – noch einprägsamer vergegenwärtigen:

Der alte Mann und das Pferd

Ein alter Mann lebte in einem Dorf. Er war sehr arm, aber selbst Könige waren neidisch auf ihn, denn er besaß ein wunderschönes, weißes Pferd. Sie boten ihm fantastische Summen dafür, aber er verkaufte es nie. Doch eines Morgens fand er sein Pferd nicht mehr im Stall. Das ganze Dorf versammelte sich und die Leute sagten: »Du dummer alter Mann! Wir haben immer gewusst, dass das Pferd eines Tages gestohlen würde. Es wäre besser gewesen, es zu verkaufen. Welch ein Unglück für Dich!« Der alte Mann sagte: »Geht nicht so weit, das zu sagen. Was feststeht, ist nur: Das Pferd befindet sich nicht im Stall. So viel ist Tatsache. Alles andere ist Urteil. Ob es ein Unglück für mich ist oder ein Segen, kann ich noch nicht sagen. Weil ich nicht weiß, was folgen wird.« Die Leute lachten den Alten aus. Sie hatten schon immer gewusst, dass er ein bisschen verrückt war. Doch nach 15 Tagen kehrte das Pferd zurück. Es war nicht gestohlen worden, sondern nur in die Wildnis ausgebrochen. Jetzt war das Pferd wiedergekommen, und nicht nur das: Es brachte noch zwölf wilde Pferde mit. Wieder versammelten sich die Leute und sagten: »Alter Mann, Du hattest recht! Es hat sich tatsächlich als Segen erwiesen.« Der Alte entgegnete: »Ihr geht wieder zu weit. Alles, was feststeht, ist: Das Pferd ist zurück. Ihr lest nur ein einziges Wort aus einem Satz, wie könnt Ihr da das ganze Buch beurteilen?«

Der alte Mann hatte einen Sohn. Dieser begann, die zwölf Wildpferde zu trainieren. Schon eine Woche später stürzte er dabei und brach sich die Beine. Da sagten die Leute: »Du hattest recht, es war kein Segen, sondern ein Fluch, dass die Wildpferde mitgekommen sind! Dein einziger Sohn kann nun seine Beine nicht mehr gebrauchen und er war doch die Stütze Deines Alters.« Der Alte antwortete: »Ihr seid besessen vom Urteilen. Alles, was feststeht, ist: Mein Sohn hat sich die Beine gebrochen. Niemand weiß, ob dies ein Unglück ist oder ein Segen. Das Leben kommt in Augenblicken und mehr bekommt man nie zu sehen.« Bald darauf ergab es sich, dass ihr Land einen Krieg zu führen hatte. Alle jungen Männer wurden zwangsweise zum Kriegsdienst rekrutiert. Nur der Sohn des alten Mannes blieb zurück, weil er die Beine gebrochen hatte. Das ganze Dorf war von Wehgeschrei erfüllt, weil dieser Krieg nicht zu gewinnen war und man ahnte, dass die meisten jungen Männer nicht nach Hause zurückkehren würden. Die Leute kamen zu dem alten Mann und sagten: »Du hattest recht. Es hat sich als Segen erwiesen, dass Dein Sohn die Beine gebrochen hat!« Der alte Mann antwortete: »Ihr hört nicht auf, vorschnell zu urteilen. Alles, was feststeht, ist: Man hat eure Söhne in die Armee eingezogen und mein Sohn wurde nicht eingezogen. Nur Gott weiß, ob dies ein Segen oder ein Unglück ist.«


[1] Vgl. https://www.welt.de/wissenschaft/article1499170/Die-geheimnisvolle-Macht-des-Zufalls.html.

[2] Als Beispiel hierfür kann man unzählige Tode von Stars durch Drogen nennen, siehe bspw. Whitney Houston, Elvis Presley, Kurt Cobain, Amy Winehouse und viele mehr.

[3] Vgl.: https://www.welt.de/vermischtes/article145055837/Der-traurige-Hilferuf-der-Bad-Boys-aus-Gegen-die-Wand.html.

[4] http://www.spiegel.de/wirtschaft/finanzkrise-milliardaer-merckle-begeht-selbstmord-a-599774.html.

[5] Vgl. http://www.spiegel.de/panorama/gluecksspieler-mit-pech-einmal-lotto-millionaer-und-zurueck-a-521350.html.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.