Karma & Glücklich leben

WALTER BAUMGARTNER.

www.walterbaumgartner.com

Meditation / Auszug aus Buch

Glücklicher und zu innerem Frieden gelangen mit Meditation
Studienergebnisse belegen, welche zahlreichen positiven Auswirkungen regelmäßiges Meditieren hat. Im Folgenden

fasse ich für Dich die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
Schon vier Tage mit jeweils 20-minütigem meditativen Training genügen, um kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und Konzentration deutlich zu verbessern. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung mit Meditierenden.

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit der Hirnforschung immer wieder auftaucht, ist »Neuroplastizität«. Studien haben bereits gezeigt, dass regelmäßige Meditationen nicht nur die Aufmerksamkeit und Konzentration langfristig schulen, sondern sogar zu sichtbaren Änderungen in den dafür zuständigen Hirnregionen führen. Meditative Praxis hat Einfluss auf die Hirnphysiologie und -anatomie, wie im Grunde auch jedes konstante Lernen, wie zum Beispiel das Üben einer Fremdsprache oder eines Instruments. Bestehende Verschaltungen und Synapsenverbindungen verstärken sich, andere verkleinern sich oder verschwinden, je nachdem, ob sie regelmäßig verwendet werden oder nicht. Das bedeutet, dass sich unser Gehirn physisch verändert, wenn wir denken, lernen oder eben meditieren. Bei Lernprozessen entstehen neuronale Bahnen. Sie verstärken sich, wenn die Gedanken wiederholt werden und lösen sich auf, wenn das Gelernte nicht genutzt wird.
Fadel Zeidan, Forscher an der Wake Forest University School of Medicine, fand heraus, dass sich regelmäßige Meditation positiv auf die verschiedensten Bereiche des menschlichen Lebens und Arbeitens auswirkt. Zusammenfassend ergaben seine Forschungen, dass Meditation folgende Aspekte fördert bzw. verbessert:

• die Stimmungslage
• die Gedächtnisleistung
• die visuelle Aufmerksamkeit
• die Konzentrationsfähigkeit
• die kognitiven Fähigkeiten

Ebenso führt Meditation zu einer Verminderung von Angstgefühlen und Müdigkeit und steigert die Fähigkeit zur räumlich-visuellen Wahrnehmung. Besonders deutliche Leistungssteigerungen zeigte die Meditationsgruppe im Vergleich zu der Gruppe der Nicht-Meditierenden bei allen kognitiven Tests, die unter Zeitdruck durchgeführt wurden und somit mit Stress verbunden waren. Meditation hilft in Stresssituationen, sicher auf das Gelernte zugreifen zu können. Meditation reduziert Stressreaktionen. Eine Studie der renommierten Universität Yale in New Haven (USA) befasste sich explizit mit dem Thema Emotionen und fand heraus, dass Meditierende Emotionen wie Zorn und Ärger besser regulieren können und dies ist natürlch außerordentlich gut für unser Karma-Konto und infolgedessen für unser zukünftiges Leben. Herbert Benson, Kardiologe an der Harvard Medicine School, untersuchte Mönche, die eine Meditation beherrschen, die sich TUMO nennt. Dem Meditierenden werden dabei bei Temperaturen um 3 Grad Celsius nasse Handtücher auf den nackten Oberkörper gelegt, die er durch eine signifikante Erhöhung seiner Körpertemperatur trocknet. Zur Nachahmung ist das allerdings nicht zu empfehlen. Es sollte nur als Beispiel dienen, was in der Meditation möglich ist und welche Kräfte der Geist mobilisieren kann. Sicherlich wird durch dieses Beispiel klar, dass der Satz »Der Körper folgt dem Geist« der Wahrheit entspricht.
Eine weitere Versuchsreihe bewies, dass man mit meditativen Visualisierungsübungen Muskulatur aufbauen kann. Zwei Gruppen Nichtsportler, mit ähnlichen Tagesabläufen und Ernährungsgewohnheiten, wurden untersucht und ihre Muskel- und Fettmasse gemessen. Eine Gruppe absolvierte täglich ein kurzes gedankliches Krafttraining, das heißt, sie visualisierten sich bei Kraftsportübungen, ohne sich dabei zu bewegen. Die Vergleichsgruppe tat nichts. Schon nach wenigen Wochen hatte die Meditationsgruppe eine Zunahme von weit mehr als 10 Prozent an Muskelmasse zu verzeichnen.
Auch die extremen sportlichen Leistungen der Shaolin-Mönche hängen mit ihrem zusätzlichen mentalen Training zusammen. Gezielte Visualisierungen sowie Affirmationen, die im meditativen Zustand ausgeführt werden, beeinflussen die Körperfunktionen. Sie wirken wie Befehle auf den Körper. In allen Meditationstraditionen werden Gefühle über das Erzeugen von Bildern gesteuert, da das menschliche Gehirn Emotionen hauptsächlich mit Bildern verknüpft. Gerüche, Geschmäcker, Töne und kinästhetische Eindrücke können diese Emotionen noch verstärken. Um im emotionalen Bereich eine Persönlichkeitsentwicklung zu erreichen, sind demnach Visualisierungen positiver innerer Bilder nötig. Die Psychoanalyse spricht hierbei vom »Internalisieren guter Objekte«.
Inzwischen ist die therapeutische Wirksamkeit der mentalen Arbeit mit inneren Bildern neurowissenschaftlich belegt. Wolf Singer vom Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung betont die Effektivität dieser Übungsform. Bewusste Visualisierungen können sogar externe, sprich erlebte Bilder ersetzen: Wie Kernspintomografie-Untersuchungen zeigen, ähneln diese Muster (wenn man sich ein Objekt bildlich vorstellt) bis ins Detail jenen, die man findet, wenn die Probanden dasselbe Objekt mit offenen Augen betrachten.

Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen dem, was ich tatsächlich gesehen und erlebt habe, und dem, was ich mir visualisiere.

Singers Tests zufolge liegen die besten Meditationszeiten für diese Übungen am Morgen und am Abend. Der Morgen legt die Grundstimmung für den Tag fest. Der Abend steuert die Lernprozesse, die im Schlaf ablaufen. Herbert Benson, Wolf Singer und der Neurologe Richard Davidson sind sich über Folgendes einig: »Die Szenen, an die wir uns erinnern oder die wir uns vorstellen, sind für das Gehirn gleichermaßen real.«
Es gibt eine Gedankenübung, die an die mantrische Gebetstechnik der Mönche anknüpft. Sie besteht aus einer andauernden Wiederholung eines Gebetstextes oder eines Wortes. Während die Versenkung in Bilder die eigenen Gefühle steuert, ist die Arbeit mit Mantren der Schlüssel zur autonomen Steuerung unserer Gedanken.
Die mentale Unruhe und Hektik des Alltags lässt man durch das mentale Rezitieren eines Mantras hinter sich, um Ruhe, Gelassenheit und Frieden zu erlangen. Durch die Konzentration auf einen Satz und das Ausschalten der vielen hektischen Gedankenfetzen, die uns durch den Kopf schießen, wenn wir versuchen »nicht zu denken«, setzt sich dieser Satz im Unterbewusstsein fest und wird für uns zur Wahrheit. Diese »neue Wahrheit« wird langsam und stetig unser Handeln beeinflussen und zu den gewünschten Veränderungen führen.
Auch die therapeutische Wirkung der Arbeit mit Mantren ist medizinisch belegt. Herbert Benson von der Harvard Medical School konnte folgende körperliche Effekte durch das mentale Training mit Mantren nachweisen:

• Der Bluthochdruck sank signifikant.
• Chronische Schmerzen verringerten sich.
• 75 Prozent der Patienten mit Einschlafstörungen wurden geheilt und konnten wieder normal schlafen – die übrigen 25% erlebten eine Besserung ihrer Schlafstörung.
• Bei Krebs- und Aidspatienten reduzierten sich die Symptome, welche in Form von Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkungen der Chemotherapie auftraten.
• Bei Patienten, die unter Angstzuständen oder leichten bis mittel-schweren Depressionen litten, trat eine deutliche Besserung ein.
• Bei Patienten mit Migräne reduzierten sich die Häufigkeit und Heftigkeit der Anfälle.

Der Nervus Vagus ist der zehnte Hirnnerv und der größte Nerv des Parasympathikus. Er ist an der Regulation der Tätigkeiten fast aller inneren Organe beteiligt. Er bremst Entzündungen und kann durch Meditation angeregt und aktiviert werden. Das ist zumindest eine Möglichkeit, Erfolge bei der Aktivierung von Selbstheilungskräften durch die Meditation zu erklären.
Meditierende, die man mit aggressiven Gesprächspartnern konfrontierte, blieben erstaunlich entspannt. Die Beobachtungen ergaben, dass Mimik und Physiologie während einer Diskussion praktisch unverändert blieben. Die Meditierenden behielten ihr Lächeln und ihre entspannte Haltung bei und konnten so auf das Verhalten ihrer Gesprächspartner positiv und beruhigend einwirken.
Dr. Sara W. Lazar arbeitet als Neurowissenschaftlerin in der Psychiatrie des allgemeinen Krankenhauses von Massachusetts und unterrichtet Psychologie an der medizinischen Fakultät der Universität Harvard. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Untersuchung der neuronalen Mechanismen im Zustand der Meditation. In den für Sinnesverarbeitung und Aufmerksamkeit zuständigen Hirnarealen wies sie größere Blutgefäße und neuronale Verbindungen nach. Dies führte zur Verdickung der Großhirnrinde, die äußere, an Nervenzellen (Neuronen) reiche Schicht des Großhirns. Dieser Effekt war bei den älteren Versuchspersonen am deutlichsten ausgeprägt und betrug bis zu 5 Prozent. Man kann wohl davon ausgehen, dass eine regelmäßige Meditationspraxis die normale, altersbedingte Ausdünnung des Cortex reduziert.
In der Washington Studie wurde 1993 in Experimenten in Washington D.C. nachgewiesen, dass eine Gruppe meditierender Menschen die Kriminalitätsrate des Stadtteils Columbia entscheidend senkte, bei Gewaltverbrechen sank diese Rate um über 23 Prozent. Die positiven Gefühle, wie etwa die Liebe, welche in der Meditation erfahren wurden, haben sich buchstäblich verbreitet und andere Menschen positiv beeinflusst. Es handelt sich hier um eine Gruppe von ca. 4000 Menschen, die acht Wochen lang in Schichten meditierten.